Geschichte der Lebensmittelkooperativen

In den späten 1970ern war der Zugang zu biologisch erzeugten Produkten noch start begrenzt, im ländlichen Raum sogar fast unmöglich. Gleichzeitig stieg aber auch das ökologische Bewusstsein, so dass einige Interessierte gemeinsam die Organisation der Warenbeschaffung übernahmen - sie übernahmen praktisch die Rolle der Großhändler, waren aber gleichzeitig auch die KonsumentInnen. Da sich in den folgenden Jahren zeigte, dass hier ein wachsender Markt erwuchs, entstanden bald auch die ersten Naturkostläden. Während diese zwar die Verbreitung ökologischer Produkte förderten, ging gleichzeitig aber das Moment der Selbstbestimmung verloren. Bis in die Gegenwart sind deshalb - je nach Interessenlage der Beteiligten - beide Formen der Versorgung erhalten geblieben.

Bereits in der Mitte der 1980er gab es in Westdeutschland ca. 300-500 Lebensmittelkooperativen. Regionale Produzenten setzten teilweise mehr als die Hälfte ihrer Ware über Food-Coops ab. Zwar konnte diese Dominanz mit dem Boom der Bioläden nicht gehalten werden, doch finden sich noch heute viele Formen von Food-Coops in verschiedensten Formen und Nischen.

Seit einiger Zeit ist jedoch wieder in zunehmendes Interesse an dieser selbstbestimmten Organisationsform spürbar - evtl. wächst wegen der zunehmenden Lebensmittelskandale der Wunsch nach "sauberem" Essen?