Mischformen und Wandel

In der Praxis sind die einzelnen Formen meist nicht so klar abgegrenzt aufzufinden. Oft fängt eine kleine, informelle Runde an, bei einem Lieferanten zu bestellen. Mit den spezifischen Ansprüchen der Mitglieder und unterschiedlichen materiellen Gegebenheiten (Gibt es in der Gegend günstige Räumlichkeiten, ist die Nähe zu den Produzenten im Umland gegeben usw.) wächst auch die Food-Coop zu einer individuellen Form heran, die verschiedenste Elemente integrieren kann. Durch den Wandel der beteiligten Mitglieder und ihrer Interessen ist für diese Entwicklung auch selten ein Ende absehbar. Dies ist auch gut so, die ständige Verhandelbarkeit macht die Food-Coop offen für äußere Veränderungen.

Wird eine gewisse Größe der Gruppe erreicht, dann ist auch eine Spaltung der existierenden Food-Coop nicht ungewöhnlich. Dies kann beispielsweise passieren, wenn sich bei Teilen der Mitglieder durch veränderte Lebensituationen (z.B. abgeschlossene Ausbildung, Kinder usw.) auch die Bedürfnisse anpassen und auf Dauer nicht vereinbar ist. Food-Coops bzw. ihre Mitglieder sollten solche Entwicklungen nicht fürchten, dafür aber offen, direkt und sachlich angehen und dies als Chance für eine Erweiterung des regionalen Netzwerks solidarischer Ökonomie begreifen.