Vorteile und Bedeutung von Lebensmittelkooperativen

Warum nun engagieren sich Menschen in Food-Coops? Die Antworten lassen sich in drei Kategorien teilen: es gibt individuelle, ökologische und gesellschaftliche Aspekte. Food-Coops ermöglichen ihren Mitgliedern, preiswerte und nach bestimmten Qualitätsstandards produzierte und transportierte Nahrungsmittel zu beziehen. Typische Kriterien sind dabei die soziale und kologische Nachhaltigkeit der Waren.

Viele Aktive in Food-Coops wollen neben dem Erwerb biologische Nahrung auch insgesamt eine Produktionsweise fördern, die das gesamte Ökosystem möglichst nicht beeinträchtigt. Dies soll unter anderem mit der Verringerung der eingesetzten Pestizide und Düngemittel erreicht werden. Außerdem wird der regionale biologische Landbau gefördert, weil durch die Verkürzung der Transportwege die Umweltbelastung weiter verringert werden kann.

Lebensmittelkooperativen sind Abnehmer für Nahrung aus der Region, wovon die regionale Landwirtschaft profitiert, die meist in kleineren Höfen organisiert ist. Dadurch stärken sie diese als Gegengewicht gegen den durch den Preisdruck des Großhandels dominierten überregionalen Markt. Über die Verbindungen zu regionalen Anbietern können die Beteiligten der Food-Coop außerdem saisonale Produkte im Angebot führen und darüber hinaus den Herstellungsprozess ihrer Lebensmittel genauer einsehen.

Die Mitglieder der Lebensmittelkooperative möchten in der Regel Prozesse, Angebot und Struktur ihrer Food-Coop selbst bestimmen. Eine demokratische Organisationsform kann dies ermöglichen. Das macht eine Food-Coop auch Veränderungen gegenüber offener als z.B. eine klassische Firma.

In gesamtgesellschaftlichher Perspektive spielen Food-Coops hauptsächlich eine wissensvermittelnde Rolle. Die Beteiligten werden selbst sensibilisiert und wirken gleichzeitig auf Freunde, Bekannte und Neugierige ein. Jede Food-Coop versorgt also nicht nur ihre eigenen Mitglieder, sondern kann auch gleichzeitig ein Bildungsträger sein, wenn das von ihren Mitgliedern gewünscht ist. Kooperationen mit anderen Food-Coops (z.B. über die Bundesarbeitsgemeinschaft der Food-Coops) können Erfahrungen vermitteln und Verbesserungen der eigenen Organisationsform ermöglichen. Diese Vernetzung ist auch von Vorteil für die weitere Entwicklung hin zu in einer nachhaltigeren, kreislauforientierten Lebensweise.